Albanisches Paprika-Tomaten-Gericht aus dem Ofen: vegane Fërgesë mit Cashew-Tofu
Albanisches Ofengericht, vegan: geröstete Paprika und Tomaten, im Tontopf mit Tofu-Cashew-Creme überbacken – inspiriert von der Fërgesë e Tiranës.

Wer in Tirana in ein traditionelles Restaurant einkehrt, findet auf der Karte fast immer Fërgesë. Das Gericht aus gerösteten Paprika, Tomaten und Gjizë, einem gesalzenen Frischkäse, wird in einem kleinen Tontopf im Ofen gegart und brodelnd heiß serviert. Es liegt irgendwo zwischen Dip, Beilage und Hauptgericht und wird mit reichlich Brot gegessen, das man direkt in die cremige Masse tunkt. Die bekannteste Form trägt den Namen der Hauptstadt: Fërgesë e Tiranës.
Was eine Fërgesë ausmacht
Im Kern besteht Fërgesë aus drei Elementen: süßlich-rauchigen Paprika, säuerlichen Tomaten und einer salzig-cremigen Komponente, die alles zusammenhält. Je nach Familie kommen Zwiebeln, Knoblauch oder scharfe Peperoni dazu. Es gibt auch Varianten mit Leber oder Fleisch, die Fassung mit Gjizë ist jedoch die bekannteste. Gjizë erinnert in der Konsistenz an trockenen Ricotta, ist aber deutlich salziger.
Fett spielt bei der Zubereitung eine große Rolle. Traditionell wird Butter verwendet, die der Fërgesë ihren runden Geschmack gibt. In der veganen Variante übernimmt das ein gutes Olivenöl, wer mag, ergänzt einen Löffel Pflanzenbutter.
Ein Ersatz für Gjizë
Die größte Herausforderung ist der Käse. Bewährt hat sich eine Mischung aus Naturtofu und eingeweichten Cashewkernen. Der Tofu liefert die leicht körnige Struktur, die Cashews bringen Fett und Cremigkeit. Zitronensaft und ein Löffel helles Miso sorgen für die feine Säure und salzige Tiefe, die frischer Gjizë mitbringt. Wichtig: die Masse nicht völlig glatt pürieren. Kleine Bröckchen sollen sichtbar bleiben, damit sie in der Sauce wie Frischkäse wirken.
Paprika richtig rösten
Das Aroma hängt stark von den Paprika ab. Am besten röstet man sie im Ofen unter dem Grill, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Danach kommen sie für zehn Minuten in eine abgedeckte Schüssel, damit sie nachdämpfen und sich die Haut leicht abziehen lässt. Wer wenig Zeit hat, nimmt geröstete Paprika aus dem Glas und lässt sie gut abtropfen. In Albanien sind hellgrüne, dünnwandige Paprika beliebt; eine Mischung aus grünen und roten Schoten bringt Farbe und ein gutes Gleichgewicht zwischen herb und süß.
Eine ausführliche Beschreibung der traditionellen Zubereitung mit Gjizë und Butter bietet recetatethjeshta.al. Der Vergleich mit dem Original hilft dabei, Würze und Konsistenz der veganen Version fein abzustimmen.
Das Rezept
100 % vegan
Ofengericht mit Cashew-Tofu-Creme (Fërgesë)
- Vorbereitung
- 30 Min.
- Garzeit
- 40 Min.
- Gesamt
- 1 Std. 10 Min.
- Menge
- 4 Portionen als Vorspeise
Zutaten
Tipp: Abhaken, was schon bereitsteht.
Zubereitung
- Die Paprika unter dem Ofengrill rösten, bis die Haut Blasen wirft, 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen, häuten und in Streifen schneiden.
- Die Tomaten kurz überbrühen, häuten und würfeln.
- Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten. Tomaten zugeben und 10 Minuten einkochen, dann die Paprika unterrühren.
- Tofu, abgetropfte Cashews, Zitronensaft, Miso und Salz grob pürieren, sodass kleine Stückchen bleiben.
- Zwei Drittel der Creme unter das Gemüse ziehen, alles in einen Tontopf füllen, den Rest daraufsetzen und mit Paprikapulver und Pfeffer bestreuen.
- Bei 200 °C etwa 20 Minuten backen, bis es an den Rändern blubbert.
Kein Tontopf zur Hand? Eine kleine Auflaufform tut es genauso. Wichtig ist nur, die Fërgesë sehr heiß zu servieren, sodass sie an den Rändern noch blubbert. Dazu gehören knuspriges Weißbrot und ein einfacher Salat aus Gurken und Tomaten.