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Veganer Küchenzauber

Tschechische Knödel vegan: Houskové knedlíky aus dem Topf

Tschechische Knödel vegan: Houskové knedlíky mit Hefe, Haferdrink und gerösteten Brötchenwürfeln, als Rolle gegart und klassisch mit dem Faden geschnitten.

Redaktion Veganer Küchenzauber · · 3 Min. Lesezeit · Fertig in 1 Std. 35 Min.

Zum Rezept100 % vegan
Tschechische Knödel vegan: Houskové knedlíky aus dem Topf

In kaum einem Land Europas haben Knödel einen so festen Platz auf dem Teller wie in Tschechien. Wer in Prag oder Brünn in ein traditionelles Gasthaus geht, bekommt zu Gulasch, Svíčková oder Schweinebraten mit Kraut fast immer ein paar Scheiben Houskové knedlíky. Diese Semmelknödel unterscheiden sich deutlich von den runden bayerischen Exemplaren: Sie werden als längliche Rolle geformt, in Wasser gegart und anschließend in Scheiben geschnitten, die die Sauce aufsaugen wie ein Schwamm.

Was im Original steckt

Der klassische Teig besteht aus Mehl, Hefe, Milch, Ei, Salz und gewürfelten, leicht angetrockneten Brötchen. Für die vegane Variante muss man nur zwei Zutaten austauschen. Die Milch ersetzt ein ungesüßter Hafer- oder Sojadrink, das Ei kann ganz entfallen. Für die Lockerheit sorgt ohnehin die Hefe, das Ei übernimmt im Original vor allem eine bindende Rolle. Ein paar Minuten zusätzliches Kneten gleichen das gut aus.

Die Brötchen sollten vom Vortag sein, damit sie im Teig nicht matschig werden. Viele rösten die Würfel vorher kurz in der Pfanne an, damit sie Biss behalten. Wichtig ist außerdem ein griffiges Mehl; in Tschechien greift man dafür zu „hrubá mouka“, einem grobkörnigen Weizenmehl. Hierzulande kommt ihm Wiener Grießler oder Dunstmehl am nächsten.

Der Faden-Trick

Ein Messer drückt frisch gegarte Knödel zusammen. Traditionell schneidet man sie deshalb mit einem Zwirnsfaden: Faden unter die Rolle legen, die Enden über Kreuz ziehen, fertig ist eine glatte, luftige Scheibe. Das klingt nach Folklore, macht aber einen sichtbaren Unterschied.

Beim Garen ist sanfte Hitze wichtig. Sprudelnd kochendes Wasser reißt die Oberfläche auf, zu kühles Wasser lässt den Teig matschig werden. Ideal ist ein großer, breiter Topf, in dem die Rollen nebeneinander Platz haben und leicht siedend schwimmen können. Wer keinen passenden Topf hat, kann die Rollen auch im Dampfgarer zubereiten.

Wozu servieren?

Svíčková na smetaně, Rinderlende in Wurzelgemüse-Sahnesauce, ist das tschechische Festtagsessen schlechthin. Die Sauce basiert auf Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel und Zwiebel, die mit Lorbeer, Piment und Pfefferkörnern geschmort und dann püriert werden. Eine vegane Fassung gelingt mit Hafersahne und kräftig angebratenen Austernpilzen. Genauso gut passen ein Pilzgulasch mit Paprika und Kümmel oder das Kraut, das man vom Klassiker Vepřo knedlo zelo (Schweinebraten mit Knödeln und Kraut) kennt – hier einfach mit Räuchertofu statt Schweinebraten.

Für einen Blick auf weitere Gerichte der tschechischen Alltagsküche, von der Kartoffelsuppe bis zu Kolatschen, lohnt sich die Seite kazdodenni-recepty.cz. Viele der dort beschriebenen Klassiker sind schon im Original fleischlos oder lassen sich leicht abwandeln.

Das Rezept

100 % vegan

Tschechische Knödel ohne Milch und Ei (Houskové knedlíky)

Vorbereitung
1 Std. 15 Min.
Garzeit
20 Min.
Gesamt
1 Std. 35 Min.
Menge
4 Portionen

Zutaten

Tipp: Abhaken, was schon bereitsteht.

Zubereitung

  1. Die Brötchen würfeln, in Öl rundum anrösten und abkühlen lassen.
  2. Mehl, Hefe, Zucker und Salz mischen, den Haferdrink zugeben und 8 bis 10 Minuten zu einem glatten Teig kneten.
  3. Die Brötchenwürfel einarbeiten und den Teig abgedeckt 45 Minuten gehen lassen.
  4. Zwei Rollen von etwa 6 cm Durchmesser formen und weitere 15 Minuten ruhen lassen.
  5. In leicht siedendem Salzwasser 20 Minuten garen, nach 10 Minuten wenden.
  6. Herausheben, sofort mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen, damit Dampf entweicht, und mit einem Faden in Scheiben schneiden.

Übrige Knödelscheiben halten sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Am besten schmecken sie danach in der Pfanne angebraten, gern mit Zwiebeln und Majoran – eine Resteverwertung, die in Tschechien fast so beliebt ist wie das Original.